HC Thurgau Roman Wäger - ein
Klotener "Urgestein"
kommt zum HC Thurgau
Roman Wäger - ein Klotener "Urgestein"
kommt zum HC Thurgau

Nachdem bekannt geworden war, dass der EHC Kloten die sportliche Zukunft ohne den besten Schweizer Spieler der letzten 15 Jahre, Roman Wäger, zu planen, kam einige Bewegung in den Transfermarkt. Dass dann schliesslich der HC Thurgau die Verpflichtung von "Limi" bekanntgeben konnte, hatte verschiedene Ursachen, wie Wäger in einem Gespräch mit der "Slot"-Redaktion bekannte.

Von Hansruedi Keller

Roman Wäger ist am 20. Feburar 1963 geboren und ein richtiges Klotener "Urgestein", wie man so schön sagt. Während nicht weniger als 27 Jahren (!) absolvierte Wäger seine sportliche Karriere in der Flughafenstadt. Als 8jähriger startete er auf der Klotener Eisbahn "Schluefweg" (damals noch offen) zu einer Karriere die in der Schweiz ihresgleichen sucht. "Ich habe eigentlich alles erlebt in diesem Verein", gesteht er, "und das sowohl in positiver wie in negativer Hinsicht."

Der Eishockeyaner Roman Wäger

Gut erinnert er sich an seinen ersten Auftritt in der Schluefweg-Garderobe: "Irgendjemand hat zwei, drei Nägel in die Holzwand geschlagen - und das war dann mein zukünftiger Platz." Das erste Spiel in der ersten Mannschaft absolvierte er als 16jähriger 1979 in Biel, "wo wir haushoch verloren haben", wie er sich lachend erinnert. Ab der Saison 1979/80 war dann Wäger stets im Kader der "Flieger", mit denen er bis zum (vorderhand) letzten NLA-Spiel im März dieses Jahres gegen Gottéron auf nicht weniger als 694 Partien kam. Mit 416 erzielten Toren avancierte er zum besten Schweizer Torschützen aller Zeiten in der NLA.

Dass er sich einen anderen Abgang bei Kloten durchaus hätte vorstellen können, mag er nicht kommentieren - ebenso wenig hört man von ihm deswegen Klagen. "Ich hatte doch eine wunderschöne Zeit bei Kloten", versichert er, und dass er in der Mannschaft äusserst beliebt war, zeigt deutlich das in der Garage stehende Abschiedsgeschenk der Mannschaft: Ein wunderschönes Motorrad Suzuki Intruder 1500 mit dem Kloten-Signet auf dem Tank, der legendären Nummer 21 und der Bezeichnung "Limi" auf dem Schutzblech des Vorderrades.

"Ich habe die Suzuki von der Mannschaft bekommen, dazu haben sich Präsident Jürg Ochsner, der ehemalige Spieler Gabi Weber und auch Dennis Birrer, ex-Schweizer Motocross-Meister und Inhaber der Suzuki-Vertretung in Bülach, beteiligt", erklärt er - und berechtigter Stolz ist unüberhörbar. Bereits zuvor hatte er von seiner Frau Svenja ein Occasions-Motorrad bekommen,d as ebenfalls in der Garage darauf wartet, bewegt zu werden. Immerhin deutet das blaue "L" am hinteren Schutzblech darauf hin, dass sich Wäger intensiv mit dem Erlangen der notwendigen Fahrbewilligung beschäftigt.

Als er im vergangenen Dezember vom einen oder anderen Mitspieler hörte, sie hätten Vertragsverhandlungen gehabt und zum Teil auch erfolgreich abgeschlossen, "da kam bei mir die Vermutung auf, dass Kloten wohl ohne mich die neue Saison plane." Er, der normalerweise vor den meisten anderen Spielern einen neuen Vertrag bekam, wurde nun von sich aus tätig. "Ich habe bei Manager Roland von Mentlen vorgesprochen und auch mit ihm zusammen gekommen, ohne freilich ein konkretes Angebot zu erhalten."

Auch nach einem Gespräch mit dem Präsidenten habe sich nichts geändert, und schliesslich habe er mündlich die Mitteilung erhalten, dass er sich einen anderen Verein suchen könne. "Das Interesse an meiner Person war sehr gross", freut er sich im Nachhinein. "Sierre, La Chaux-de-Fonds, Rapperswil und auch die ZSC Lions, respektive GC, bekundeten ihr Interesse." Und eben auch der HC Thurgau.

Der "Neu-Thurgauer" Roman Wäger

Erstmals hat er vom HCT durch Trainer Ernst Bruderer etwas gehört, der an einem Transfer Wägers sehr interessiert war. "Ich habe mich etwas umgehört, mich für das Umfeld und die Infrastruktur interessiert und auch ein erstes Telefongespräch mit Peter Joss geführt." Er habe dann seine Vorstellungen präsentiert und Joss diejenigen des Vereins - "und wir waren gar nicht so weit auseinander", wie er schmunzelnd feststellt.

Schon zuvor hatte sich jedoch Christian Wittwer - beim HCT als Interimstrainer zwischen Schnelli und Sörensen tätig - der Trainer des HC Sierre, bei Wäger gemeldet und sein Interesse angemeldet. "Ich habe mir darauf alles gründlich überlegt und mich nach einer Woche für Thurgau entschieden." Dies hatte verschiedene Gründe. Einerseits machte er beim HCT Ambitionen und Perspektiven aus, die ihn interessierten. "Ich bin auch heute noch überaus ehrgeizig, und es reizt mich unheimlich, mit einer jungen, aufstrebenden Mannschaft auf ein gemeinsames Ziel hin zu arbeiten und von meiner Erfahrung etwas weiter zu geben."

Das hätte er zweifellos auch bei Sierre haben können, doch den Ausschlag für den HCT gab nicht zuletzt die Nähe zu seinem Wohnort Oberembrach und seinem Arbeitsplatz im Klotener Industriegebiet. "Ich habe mir überlegt, dass es mich wohl extrem belasten würde, wenn ich beispielsweise im Wallis eine Mitteilung bekäme, im Geschäft laufe etwas nicht rund, denn ich hätte ja nicht einfach schnell heimfahren können." Zudem imponierte ihm "der Kitt, das gute Verhältnis in der Mannschaft."

 Der Privatmann Roman Wäger

hrk. Roman Wäger ist seit sechs Jahren mit Svenja verheiratet - vorderhand noch kinderlos, doch sollte sich dieser Zustand später einmal ändern. Wohnhaft sind Wägers in einem alten, wunderschön umgebauten und renovierten Bauernhaus in Oberembrach. Mit zum Haushalt gehören vier sogenannte Westernpferde (je zwei Quater und Appaloosa), die vor allem von Svenja geritten und hie und da auch an Wettbewerben eingesetzt werden. "Diese Westerpferde", weiss Roman Wäger, "reagieren auf die geringste Bewegung, sind unglaublich aufmerksam."

Auch zwei Hunde - je ein Briard und ein Welsh Cordie - tummeln sich auf dem grosszügigen Hof, zu dem neben den Pferdestallungen und einem gemütlichen Sitzplatz auch noch ein grosszügiges Gelände gehört. Die Wägers haben da einen Sandplatz geschaffen, auf dem die Pferde auch im Winter bewegt werden können. "Die Einzäunung dieses Sandplatzes habe ich zusammen mit einem Dutzend Mannschaftskollegen von Kloten gemacht", berichtet er und lacht dabei, denn "es war schon etwas ganz Spezielles wie da Reto Pavoni und auch andere Spieler sich betätigt haben."

Der gelernte Sanitärmonteur (sein Vater besitzt in Kloten ein Geschäft, in das er nach seiner Karriere vermutlich einmal einsteigen wird) hat sich aber auch beim Umbau und der Erneuerung des Hauses mächtig ins Zeug gelegt und vieles selbst gemacht. Herausgekommen ist ein von aussen unscheinbares, innen jedoch topmodern und praktisch eingerichtetes, grosszügiges Haus."

Der Geschäftsmann Roman Wäger

Roman "Limi" - dieser Übername kommt von Limonade und hat damit zu tun, dass die Familie Wäger vor Jahren in den Ferien mit deutschen Bekannten zusammen war, und von dieser Seite bekam er als Getränk den von ihm sehr geschätzten Sprudel oder besser bekannt unter dem Namen Limonade - Wäger hat beim EHC Kloten nicht nur gut gespielt, er hat sich auch geschäftlich etabliert und einiges Geld in seine Zukunft investiert.

So besitzt er in der Halle 41 - zusammen mit seinem langjährigen Kumpel und auch beim HCT bestens bekannten Marcel Wick - je zur Hälfte die "Snus-Bar" und einen Billard-Club. Weiter sind in dieser Halle der Wick gehörende Fitness-Club 22, ein Kostümverleih, den Jeanette Wick und Svenja Wäger führen und auch ein Sportgeschäft untergebracht.

Ein Personalbestand von 35 bis 40 Leuten - von denen die meisten Teilzeit arbeiten - zeugt davon, dass die Firma Wäger/Wick allerhand bewegt. "Es ist für uns eine grosse Aufgabe, denn man muss ständig etwas bieten, immer im Gespräch bleiben, damit die Leute auch kommen." Und natürlich kommen diese Leute nicht zuletzt auch deshalb, weil sie die Namen von Roman Wäger und Marcel Wick kennen, weil sie wissen, was diese geleistet haben und weil sie sich fürs Eishockey interessieren. Und die Chance ist gross, mindestens einen von beiden anzutreffen und in ein Fachgespräch verwickeln zu können.

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Zuletzt geändert am: 21. Oktober 1999